Ihre Ansprüche

Unfallkosten

Reparaturkosten

Die Reparaturkosten hängen eng mit dem persönlichen Sachschaden zusammen. Grundsätzlich gilt: Der Schädiger hat die Reparaturkosten zu tragen. Dies gilt aber nicht mehr in Fällen, in denen es sich um einen wirtschaftlichen Totalschaden handelt. Dies bedeutet, dass eine Reparatur des Fahrzeuges wirtschaftlich nicht mehr vertretbar ist, da zum Beispiel der Wert des Fahrzeugs vor der Reparatur viel geringer ist die mit der Instandsetzung verbundenen Reparaturkosten. In solchen Fällen muss dann der Zeitwert ersetzt werden. Bei der Reparatur eines Fahrzeuges gilt: Unwirtschaftlichkeit ist anzunehmen, wenn die Reparaturkosten 130 % des Fahrzeugwerks (Wiederbeschaffungswerts) übersteigen.

Gutachten

Um die Höhe der Kosten einer Reparatur oder den Wert des Schadens am Fahrzeug feststellen zu lassen, benötigt es häufig einen Sachverständigen, der sich mit dieser Materie besonders gut auskennt. Die Kosten für ein entsprechendes Gutachten können von der gegnerischen Versicherung oder dem Unfallgegner zurückgefordert werden. Es besteht insbesondere auch ein Anspruch darauf, dass man sich einen eigenen Sachverständigen sucht. Sie keinesfalls den Sachverständigen der Versicherung akzeptieren, da dieser “nach den Vorgaben der Versicherung” kalkuliert und damit Ihre Reparaturkosten “klein rechnet”.

Kostenpauschale

Unter der Kostenpauschale, auch Unkostenpauschale oder Aufwandspauschale genannt, beträgt 25,00 € und soll pauschal die Mühen abgelten, die Ihnen im Zusammenhang mit der Abwicklung des Schadens entstanden sind. In ständiger Rechtsprechung beträgt diese Pauschale weiterhin und unverändert 25,00 € und nicht 20,00 €.

Mietwagen

Wenn ein Auto nach einem Autounfall nicht mehr genutzt werden kann, muss unkompliziert und schnell ein Ersatz her. Grundsätzlich gilt, dass der Geschädigte direkt nach dem Unfall einen Mietwagen nehmen darf, insbesondere für die Zeit in der der beschädigte Wagen noch in der Werkstatt ist. (OLG Düsseldorf, Az. 1 U 220/10) Wichtig ist hierbei, dass nur ein vergleichbarer Wagen angemietet wird, und der Geschädigte vorher zumindest überprüft, dass es sich nicht um den teuersten Mietwagentarif handelt. Grundsätzlich muss der Mietwagen dann aber auch genutzt werden, also für jeden gemieteten Tag auch nötig sein. Sollte man keinen Mietwagen nehmen und stattdessen auf den ÖPNV umsteigen, kann neben dem alternativen Fahrtkostenersatz (s.o.) auch eine Nutzungsausfallentschädigung (s.o. Nutzungsausfall) verlangt werden. Im Rahmen der eigenen Schadenminderungspflicht darf zudem kein Ersatzfahrzeug verfügbar sein, auf das Sie ohne Probleme hätten alternativ zurückgreifen können.

Wertverlust

Egal wie fachmännisch ein Wagen repariert wird, danach wird es sich immer um einen Unfallwagen handeln. Denn Unfallwägen sind grundsätzlich schwerer zu verkaufen, ihr Wert ist gemindert. Die sogenannte merkantile Wertminderung wird daher auch von der Rechtsprechung als Schaden angesehen, der ersetzt werden muss. Die Berechnung des Wertverlustes wird dabei in der Regel von einem Sachverständigen vorgenommen. Deshalb ist es stets ratsam, einen Sachverständigen mit der Begutachtung Ihres beschädigten Autos zu beauftragen.

Standgebühr

Gerade in Städten haben Fahrzeughalter häufig keinen eigenen Parkplatz, auf dem Sie ein Auto nach einem Unfall mit Totalschaden sicher abstellen können, bis über dessen Zukunft entschieden wurde. Muss unter diesen Umständen ein Standplatz für den Wagen angemietet werden, können diese Gebühren eine Schadensposition innerhalb des §§ 249 ff. BGB darstellen. Zu beachten ist jedoch, dass hierbei ein wirtschaftlich denkender Mensch zumindest die Dauer der Standmiete auf ein Minimum reduzieren will. Die Rechtsprechung hat deutlich gemacht, dass unwirtschaftliche Standgebühren nicht vom Unfallgegner, bzw. dessen Haftpflichtversicherung zurückgefordert werden können, wenn einer unmittelbaren Verschrottung nichts im Wege steht.(AG Wiesbaden, 91 C 4877/09)

Nutzungsausfall

Einem Geschädigten steht es grundsätzlich frei, nach einem Verkehrsunfall (k)einen Mietwagen in Anspruch zu nehmen. Verzichtet er auf die Anmietung eines Ersatzwagens für die Zeit der Reparatur oder der Suche nach einem neuen Wagen, kann dem Geschädigten ein Nutzungsausfall zustehen. Diese wird nach dem Wert des beschädigten Fahrzeugs bemessen und kann zwischen 25,00 € und 170,00 € pro Tag betragen. Soweit das Fahrzeug repariert werden kann, ist bis zum Abschluss der Reparatur Nutzungsausfall zu leisten. Soweit es sich um einen wirtschaftlichen Totalschaden handelt und stattdessen die Anschaffung eines gleichwertigen Ersatzfahrzeugs erforderlich ist, wird im Regelfall für einen 10 – 14 tägigen Zeitraum Nutzungsausfall geleistet. Darin enthalten sind 2-3 Tage “Überlegungsfrist” sowie rund 10 Tage für den Erwerb und die Zulassung eines Ersatzfahrzeugs. Soweit nachgewiesen werden kann, dass der Zeitraum ohne eigenes Verschulden länger gewesen ist, kann auch insoweit Nutzungsausfall beansprucht werden.

Personenschäden

Urlaubsschäden

Es ist ein Irrglaube, dass jede aufgrund eines Unfalls nicht antretbare Urlaubsreise als Schaden vom Unfallgegner ersetzt werden muss. Wenn Sie durch einen Unfall Ihren in der Zukunft liegenden Urlaub nicht antreten können, können Sie nicht (wie beispielsweise im Reisevertragsrecht) die Kosten des Urlaubes vom Unfallgegner zurückverlangen. Bei den Urlaubskosten handelt es sich um „frustrierte Aufwendungen“. So entschied beispielsweise das LG Bremen (Az.: 7 O 1759/12), dass bereits gezahlte Urlaubspläne nicht ersetzt werden müssen. Ereignet sich der Unfall auf dem Weg zum Flughafen, kann zwar ein Anspruch auf Ersatz für Fahralternativskosten (s.u. Fahrtkosten) wie einem Bahnticket entstehen, jedoch muss der Unfallgegner keinen Ersatz für verpasste Flüge zahlen. (LG Arnsberg; AZ: 5 S 101/05) Ein Schadensersatzanspruch kann hinsichtlich der Kosten für einen angemieteten Ersatzwagen (s. u. Mietwagen) bestehen, wenn mit diesem dann eine Urlaubsreise bestritten wird. Die entgangenen Urlaubsfreuden sind zwar keine eigene schadensrechtliche Position bei einem Verkehrsunfall, können aber Schmerzensgelderhöhend wirken. (s.u. Schmerzensgeld)

Haushaltsführung

Nach einem Unfall kann es sein, dass Sie aufgrund der Verletzungen den eigenen Haushalt nicht mehr in dem Maß pflegen und führen können, wie sie zuvor hauswirtschaftliche Aufgaben wahrgenommen haben. In solchen Fällen kann ein Schadensersatzanspruch nach § 843 Abs. 1 BGB entstehen. Hierbei müssen dann Kosten für die Einstellung einer Haushaltskraft oder einer „fiktiven Haushaltsführung“ ersetzt werden. Der fiktive Haushaltsführungsschaden ist in der Praxis häufig nur schwer bzw. aufwändig nachzuweisen.

Heilbehandlung

Für alle Krankenversicherten gilt, dass die Kosten für eine Behandlung grundsätzlich durch die eigene Krankenversicherung gezahlt werden, welche dann einen Anspruch gegen den Schädiger hat (§ 116 SGB X). Daneben können jedoch auch Ansprüche auf Leistungen bestehen, die nicht innerhalb des Leistungskatalogs der Versicherung angeführt werden. Hierzu kann beispielsweise die Behandlung durch einen Heilpraktiker zählen, wenn dieser staatlich anerkannt ist und eine Chance auf Linderung oder Heilung durch diesen besteht. (LG München, Az: 5 O 1837/09) Auch Zuzahlungen, Eigenbeteiligungen oder Rezeptkosten sind erstattungsfähig. Voraussetzung – wie bei nahezu jedem anderen Anspruch auch: Sie haben einen Beleg, dem sich der Zahlungsbetrag entnehmen lässt.

Schmerzensgeld

Unter Schmerzensgeld versteht man grundsätzlich Zahlungen, die immaterielle Schäden ausgleichen sollen. Immaterielle Schäden sind solche Schäden, die nicht durch eine Reparatur oder Ersatzbeschaffung wieder beseitigt werden können. Vielmehr soll zum Beispiel nach einem Unfall ein Betrag gezahlt werden, welcher die Schmerzen und anderen Unannehmlichkeiten nach einem Unfall ausgleichen soll. Man spricht hierbei von einer „Ausgleichs- und Genugtuungsfunktion.“ Die Berechnung eines Schmerzensgeldes ist kompliziert: Die Anspruchshöhe kann nicht mathematisch berechnet werden, sondern ist von vielen individuellen Faktoren wie Schwere der Verletzungen Umfang und Dauer der Heilbehandlung Dauerschäden und Entstellungen Alter des Geschädigten … abhängig. Eine erste Orientierung der Höhe des Schmerzensgeldes bietet die Schmerzensgeldtabelle, in der Schmerzensgeld-Urteile in verschiedenen Fällen gesammelt werden.

Rechtskosten

An- und Abmeldekosten

Wenn ihr Kraftfahrzeug nach Ihrem Unfall soweit beschädigt wurde, dass Sie es nicht mehr reparieren wollen oder können, dann muss es beim Verkehrsamt abgemeldet werden. Wenn Sie ein Ersatzfahrzeug erworben haben, muss dieses wiederum angemeldet werden. Je nach Verkehrsamt kommen für die An- und Abmeldung verschieden hohe Kosten auf Sie zu. Dazu gehören auch die Kosten für neue Siegel und Papiere oder ein neues Kennzeichen. Diese Kosten können Sie von der gegnerischen Versicherung oder dem Unfallgegner ersetzen lassen. Wichtig ist hierbei, dass Sie den Zahlungsbeleg für die Kosten aufbewahren, um diese geltend zu machen.

Rechtsverfolgungskosten

Die Beauftragung eines Rechtsanwalts der eines Rechtsdienstleisters zur Abwicklung Ihres Verkehrsunfalls löst Gebühren aus. Diese muss der Unfallgegner ebenfalls tragen, sodass z.B. unsere Beauftragung für Sie 100% kostenfrei ist. Bei einem regulären Rechtsanwalt gibt es zwar ein Erstattungsanspruch gegen den Gegner, kommt es jedoch zu Kürzungen oder Haftungsquoten, so bleiben Sie auf einem Teil der Rechtsanwaltskosten sitzen.